Mindful Eating: Eine einfache Form der gesunden Ernährung

Mindful Eating: Eine einfache Form der gesunden Ernährung

Für die Verbundenheit mit unserem Körper, aber auch für unsere Psyche spielt Essen eine enorm große Rolle. Deshalb gibt es heute einen Gastbeitrag von Caroline zum Thema “Mindful Eating” und über die sieben Arten des Hungers. Viel Spaß beim Lesen!

Obwohl Essen für uns alle eine wichtige Rolle spielt, geschieht es viel zu häufig nebenbei: Morgens vor dem Bildschirm, in der Mittagspause während einer Diskussion mit den Kollegen, am Abend im Stau, am Wochenende vor dem Fernseher. Im Stress des Alltags essen wir zu oft, zu viel und außerdem das Falsche. Und das obwohl es eine große Zahl Ernährungsratgeber gibt, die mit jedem Jahr sprunghaft wächst. Warum fällt es uns trotzdem so schwer, uns gesund und im Einklang mit unserem Körper zu ernähren?

Wieder intuitiv Essen lernen

Mindful Eating oder achtsames Essen setzt genau beim Problem der Ablenkung an: Wir haben es verlernt, Essen zu wertschätzen und wahrzunehmen, was es für unseren Körper tun und nicht tun kann. Durch achtsames Essen finden wir zurück zur Fähigkeit des intuitiven Essens.

Mindful Eating unterscheidet sich aus zwei Gründen von gängigen Diäten: Erstens gibt es keine verbotenen oder bevorzugten Lebensmittel. Alles darf gegessen werden. Zweitens steht das Konzept nicht für sich alleine, sondern ist Teil einer übergeordneten Philosophie: Der Philosophie der Achtsamkeit oder auch der achtsamkeitsbasierten Stressreduktion (MBSR).

Achtsamkeit als Lebenseinstellung

Achtsamkeit (im Englischen Mindfulness) bedeutet, Inneres und Äußeres bewusst und wertfrei wahrzunehmen. Achtsamkeit hilft besonders dabei, unseren Fokus auf die Gegenwart zu richten und dabei quälende Gedanke zu durchbrechen, die um etwas Vergangenes oder Hypothetisches kreisen.

Wer Achtsamkeit beim Essen einsetzt, hält zum Beispiel inne, bevor er zu einer Tafel Schokolade greift und sie womöglich innerhalb von wenigen Minuten aufisst. Stattdessen beobachtet er sein Bedürfnis nach Schokolade, ohne sich selbst dabei zu verurteilen. Erst wenn er seine Gefühle untersucht und festgestellt hat, dass er ein echtes Bedürfnis nach Schokolade verspürt, nimmt er sich Zeit, diese langsam und wertschätzend zu essen.

Wie genau achtsames Essen abläuft, wird Thema eines weiteren Blogartikels sein. Bevor man loslegt, ist es nämlich wichtig, sich mit den sieben Arten des Hungers vertraut zu machen. Je besser wir darin werden, unseren eigenen Hunger oder sogar Heißhunger zu hinterfragen, umso schneller können wir achtsames Essen lernen.

Die sieben Arten des Hungers

Achtsamkeit beim Essen bedeutet vor allem, ein klareres Bewusstsein darüber zu erlangen, woher ein Hungergefühl kommt. Jeder Mensch hat eine komplexe Beziehung zu Essen und ebenso komplexe Gründe für sein Essverhalten. Trotzdem lassen sich sieben Arten des Hungers zusammenfassen, die uns alle ähnlich beeinflussen:

  1. Augenhunger verspüren wir, wenn etwas appetitlich aussieht. Diese Art von Hunger bringt uns zum Beispiel dazu, einen besonders hübsch dekorierten Nachtisch zu essen, obwohl wir eigentlich schon satt sind.
  2. Nasenhunger wird durch leckere Gerüche ausgelöst. Ähnlich wie Augenhunger können wir diesen Hunger auch verspüren, wenn wir schon längst einen vollen Magen haben.
  3. Herzhunger tritt auf, wenn wir versuchen bestimmte Gefühle durch Essen hervorzurufen oder emotionale Bedürfnisse dadurch zu stillen. Herzhunger geht oft mit dem Wunsch nach tröstendem Essen einher. Zum Beispiel nach Schokopudding, der uns an unsere Kindheit erinnert.
  4. Mundhunger beschreibt das Bedürfnis ein besonderes Gefühl im Mund zu haben. Zum Beispiel das Schmelzen von Eis oder das Knistern von Chips. Manchmal verspüren wir Mundhunger und haben in Wirklichkeit Durst.
  5. Gehirnhunger oder Gewohnheitshunger tritt auf, wenn unser Geist uns sagt, wann und was wir essen sollten. Zum Beispiel, weil wir es gewohnt sind jeden Tag um 10 Uhr zu frühstücken. Oder weil wir ein Buch darüber gelesen haben, wie gesund Superfoods sind. Bei dieser Art von Hunger spielen unsere Gedanken zu Essen eine große Rolle.
  6. Magenhunger verspüren wir, wenn unser Magen leer ist und knurrend auf sich aufmerksam macht.
  7. Zellhunger tritt auf, wenn wir ein körperliches Bedürfnis nach bestimmten Nährstoffen verspüren. Zellhunger tritt oft nach Sport auf, wenn sich der Körper der erhöhtes Bedürfnis nach Wasser, Salz und Elektrolyte hat.

Abnehmen ohne Diät durch Mindful Eating

Wer Achtsamkeit beim Essen einsetzt, lernt die sieben Arten des Hungers zu unterscheiden und nur zu essen, wenn er Magenhunger oder Zellhunger verspürt. Dies ist der Grund, warum wir durch achtsames Essen ganz ohne Diät abnehmen können: Wer nur dann isst, wenn ein wahres körperliches Bedürfnis nach Essen besteht, nimmt intuitiv die richtige Anzahl von Kalorien und die richtigen Nährstoffe auf.

Natürlich heißt das nicht, dass die anderen Arten des Hungers keinen Platz im Speiseplan haben sollten. Auch gesundes maßvolles Essen kann schön aussehen, lecker riechen und für den Mund ein erhebendes Erlebnis sein! Wichtig bleibt dabei, die Signale des Körpers zu beachten und ihn nicht mit unnötigem Essen zu überlasten. Wie genau ihr achtsames Essen lernen und üben könnt, erfahrt ihr im nächsten Blogpost.

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